Watch out: hormonell wirksame Substanzen, allergieauslösende Duftstoffe, Erdöl und Palmöl – alle Inhaltstoffe, die wir NICHT in unseren Kosmetikprodukten möchten.

Kleine Vorwarnung: Ich habe lange überlegt, ob ich das hier überhaupt posten kann und darf. Wer es aufmerksam liest, wird als erstes das Badezimmer ausmisten. Das kann teuer werden. Aber langfristige gesundheitliche Schäden sind teurer. Dass ist alle negativen Auswirkungen der schlechten INCIs immer nur mit "soll" oder steht unter Verdacht" bezeichne, liegt schlichtweg daran, dass keiner der riesigen Kosmetikgiganten irgendein Interesse daran hat, hier UMFANGREICHE wissenschafftliche Studien zu führen. Am Ende ist bei der Kosmetik kein Grund gegeben, auf schädliche Inhaltstoffe zu setzten. Außer: Geld. Weil schlechter so viel günstiger ist. Und bitte beim Lesen nicht vergessen, ich selber bin Verfechter der Naturkosmetik und in keinem der Voyanics oder Holistic Produkte findet Ihr auch nur einen dieser Inhaltstoffe. Und: dies ist der erste Teil. Es gibt noch mehr ... aber lasst uns einfach mal irgendwo anfangen.

Parabene stehen als Inhaltsstoff in Kosmetik unter Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Das bedeutet, sie können im Körper so ähnlich wirken wie Hormone – häufig ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und damit unseren natürlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Daher sind sie potenziell gefährlich und besonders ungeeignet für Schwangere (und die heranwachsenden Babies) Kleinkinder und Jugendliche in der Pubertät.

Parabene sind in Kosmetika und Pflegeprodukten oft als Konservierungsstoffe zu finden. Sehr viele herkömmliche Produkte enthalten Paraben-Verbindungen – vom Shampoo bis zur Zahnpasta.

Nicht alle Paraben-Verbindungen sind gefährlich, einige sind aus Sicht des wissenschaftlichen Komitees der Europäischen Union sogar unbedenklich, wenn bestimmte Konzentrationsgrenzen eingehalten werden. 2015 senkte die EU-Kommission sogar die Höchstkonzentration der beiden Konservierungsstoffe Propylparaben und Butylparaben. Diese beiden Stoffe stehen im Verdacht, das Hormonsystem beeinflussen zu können.

Andere Parabene lagern sich aber im Körper an und werden mit Krankheiten und Phänomenen wie Unfruchtbarkeit, Diabetes, verfrühter Pubertät und hormonbedingten Krebsarten wie Brust-, Hoden, und Prostatakrebs in Verbindung gebracht! 

Laut Aussage des Bundesamts für Risikobewertung sollte auf die Verwendung von Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben verzichtet werden. Warum wir dann allerdings Parabene in herkömmlicher Kosmetik vorfinden, ist mir unerklärlich.

So erkennst Du Parabene auf den INCI Listen: Sie enden auf -paraben, hier ein paar Beispiele:

  • Methylparabene
  • Ethylparabene
  • Pentylparabene
  • Benzylparabene
  • Phenylparabene
  • Butylparabene
  • Propylparabene
  • Isopropylparabene
  • Isobutylparabene

Parfum: So ein wohlklingendes Wort und eins der häufigsten Inhaltsstoffe in Kosmetik ohne echte Wirkung, zumindest bei den synthetischen Duftstoffen (ich spreche hier nicht über ätherische Öle, da diese zusätzlich zum Geruch einen therapeutischen Nutzen mitbringen)  

Fast alle Bodylotions, Duschgels, Deodorants usw. enthalten Duftstoffe. Diese werden in der Regel nur als „Parfum“ oder „Fragrance“ deklariert und wir Verbraucher haben keinen blassen Schimmer wie viele (toxische) einzelne Bestandteile sich hinter diesem Wort verstecken. Denn, laut EU Kosmetikmittelverordnung muss „Parfum“ aus Wettbewerbsgründen nicht mit seines einzelnen Bestandteile ausgewiesen werden, was sozusagen eine „carte blanche“ für alle Inhaltstoffe sein kann. Denn viele Duftstoffe gelten als bedenklich für die Gesundheit, weil sie Allergien auslösen oder verstärken können. Und auhc als hormonell verändernt.

Potenziell gefährlich sind auch künstliche Moschus Düfte – die sogenannten polyzyklischen Moschusverbindungen: Sie können sich sowohl im menschlichen Körper als auch in der Umwelt anreichern und stehen nicht nur im Verdacht allergieauslösend zu sein, sondern zeigten sich im Tierversuch auch als hormonell wirksam und krebserregend.

Ich äußere mich ja oft und gerne zu „Parfum“ – und da man gar nicht weiß, was sich in jedem Produkt hinter diesem Begriff verbirgt, rate ich DRINGEND davon ab. Zumindest bei Babies, Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Menschen, die zu Allergien neigen oder bereits Hautprobleme haben (ein unbekannter Juckreiz zum Beispiel, wer hier nicht komplett auf Duft verzichtet und die Zeichen der Haut als Signal wertet, ist selber schuld, sorry).

PEG + SLS PEG UND PEG-Derivate (Polyethylenglykol) sowie SLS (Sodium-Lauryl-Sulfate) werden als Tenside oder Emulgatoren in allen schäumenden Produkten verwendet. Shampoo, Zahnpasta, Reinigungsgel, Duschgel etc.

PEG und PEG-Derivate machen unsere Haut durchlässiger. Ist für gute Wirkstoffe tendenziell gut, aber wir leben leider in einer Welt voller Schadstoffe. Vor allem für gereizte Haut sind sie daher kritisch und können potenziell allergieauslösend sein. Zudem können sie möglicherweise als krebserregend geltende Rückstände von Ethylenoxid enthalten.

Nicht nur unter Gesundheits- sondern auch unter Umweltschutzaspekten sind PEG und PEG-Derivate bedenklich: Die Stoffe werden häufig auf Basis von umweltschädlichem Erdöl hergestellt und sind zudem ab einer bestimmten Molekülmasse schwer abbaubar. Und sie gelangen bei abwaschbaren Produkten natürlich auch über den Abfluss ins Wasser.

PEG und PEG-Derivate in Kosmetik erkennst du auf der Inhaltsstoffliste

  • an der Abkürzung „PEG“ in Verbindung mit einer bestimmten Zahl (zum Beispiel PEG-8, PEG-15, PEG-32)
  • an einem „-eth“ im Namen eines Stoffes. (zum Beispiel Sodium Laureth Sulfat)

Noch ein bisschen mehr zu Sodium-Lauryl-Sulfaten: Sie trocknen die Haut aus und können schnell zu Hautreizungen führen. Außerdem gelten sie als potenziell allergieauslösend.

 sind laut INCI (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe)  auf der Inhaltsstoffliste als solche gekennzeichnet.

In zertifizierten Naturkosmetik-Produkten sind PEG/PEG-Derivate und Sodium-Lauryl-Sulfate nicht zugelassen. Hier wird zum Beispiel mit Kokosnuss Tensiden gearbeitet.

In Shampoos und sonstiger Kosmetik stecken vor allem die sogenannten Sodium-Lauryl-Sulfate. Diese sind negativ aufgeladen und ziehen so Schmutzkörper an. In Shampoos sorgen Sodium-Lauryl-Sulfate, kurz SLS, vor allem für ein gutes Schäumen.

Sodium-Lauryl-Sulfate gehören zur Gruppe der aggressiven Tenside (Waschsubstanzen) und haben unterschiedliche negative Auswirkungen auf Haut und Haar.

SLS haben eine stark entfettende Wirkung und trocknen vor allem die Kopfhaut aus. Du bemerkst das, wenn Deine Kopfhaut auf einmal juckt und sich sogar schuppt. Bei einer langen Verwendung können sich Allergien und sonstige Hautprobleme entwickeln.

Shampoos mit Sulfaten greifen nicht nur die Kopfhaut, sondern auch die Gesichtshaut an. Sie können schnell Schleimhäute und Augen reizen. Sodium-Lauryl-Sulfaten wird nachgesagt, dass sie gerötete Augen oder leichte Entzündungen im Bereich der Augen begünstigen.

Lauryl-Sulfate werden ganz schnell über die Haut aufgenommen und verbleiben dann im Körper. Die Haut ist ja leider keine Einbahnstraße, über unser Organ Haut wird ca. 60% der aufgetragenen Kosmetik absorbiert.

Achtung: Die o.g. Sulfate wurden ursprünglich zum Reinigen von Maschinen und öligen Maschinen entwickelt. Das zeigt, wie aggressiv die Reinigungswirkung dieses Inhaltsstoffes wirklich ist.

Auf Shampoo-Verpackungen sind Sodium-Lauryl-Sulfate leicht zu erkennen, denn sie sind meist mit genau dieser Bezeichnung gekennzeichnet.

Erdöl (Mineral Öl und übersetzt „mineral oil“, was sich fast wieder gut und natürlich anhört) ist leider in irgendeiner Form in extrem vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten enthalten. Viele kosmetische Inhaltsstoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Es ganz zu vermeiden ist daher vor allem in herkömmlicher Kosmetik schwierig.

Zum einen kommt Erdöl in Kosmetika wie zum Beispiel Handcremes oder Lippenstiften als fettende Komponente in Form von Paraffinen vor (zum Beispiel als Paraffinum Liquidum, Isoparaffin) oder auch zum Beispiel als „Wax“.

Zum anderen bildet Erdöl den Ausgangsstoff für viele andere Inhaltsstoffe in herkömmlichen Pflegeprodukten – zum Beispiel PEG/PEG-Derivate, einige Duftstoffe, Phthalate oder UV-Filter.

Erdöl ist vor allem aufgrund der zunehmend riskanten Förderung und Verwertung äußerst problematisch für die Umwelt. Als Bestandteil von Pflegeprodukten ist es zwar nicht unmittelbar schädlich, aber auch nicht wirklich hilfreich: Die Haut wird „abgedichtet“, sie wirkt so zwar glatt und weich, erhält aber keine echte Pflege. Die umweltschädlichste Mogelpackung und eigentlich auch eklig, wenn man bedenkt, WAS wir uns da genau auf die Haut schmieren.

Zumal immer wieder regelmäßig Verunreinigungen in Pflegeprodukten mit erdölbasierten Inhaltsstoffen gefunden werden. Außerdem sind sogenannte MOSH (Gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) und MOAH (Aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) sind gesundheitlich bedenklich.

MOSH werden vom Körper leicht aufgenommen und können in einigen Organen abgelagert werden. MOAH stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Wahnsinn, oder?

Erdöl-basierte Fette als Zutat in Pflegeprodukten erkennen wir an diesen Bezeichnungen:

  • Paraffinum Liquidum
  • Isoparaffin
  • (Microcrystalline) Wax
  • Vaseline
  • Mineral Oil
  • Petrolatum
  • Cera Microcristallina
  • Ceresin
  • Ozokerite

Andere Inhaltsstoffe, die auf Basis von Erdöl hergestellt werden, sind deutlich schwerer zu erkennen. Wirklich komplett vermeiden kann man Erdöl in Kosmetik eigentlich nur, indem man konsequent zertifizierte Naturkosmetik verwendet.

Mikroplastik

Obwohl als negativer Inhaltstoff bekannt, kommt es noch immer häufig vor. Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige Kunststoffpartikel, die viele Kosmetikhersteller den Produkten zusetzen – etwa als kleine Kügelchen im Peeling oder einfach nur als super günstigen Füllstoff.

Kläranlagen können Mikroplastik derzeit nicht aus dem Abwasser filtern, so gelangen die Kunststoffe in die Umwelt und vor allem in die Meere. Dort verbleiben sie. Und welchen Schaden sie dabei bei Meeresorganismen anrichten, ist bereits jetzt erkennbar.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND warnen immer wieder und sehr deutlich vor Kunststoffen in Kosmetika und fassen unter den Begriff Mikroplastik auch Kunststoffe (Polymere), die wasserlöslich sind oder in den Produkten in flüssiger, gelförmiger, wachsförmiger Struktur oder in Nanogröße vorkommen können, zusammen.

Übereinstimmend raten Greenpeace und BUND von folgenden Inhaltsstoffen in Kosmetika ab:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyacrylate (PA)

    Auf der sicheren Seite bist du mit echter Naturkosmetik – hier sind erdölbasierte Polymere grundsätzlich nicht zugelassen.

    Palmöl

    Palmöl findet sich nicht nur in sehr vielen Putzmitteln, sondern auch als Inhaltsstoff in extrem vielen Kosmetikprodukten, da es rückfettend und antioxidativ wirkt. Aber vor allem, weil es für die Hersteller super billig (auf Kosten der Umwelt) zu bekommen ist. Jedes Mal wenn Palmöl in einem Produkt auftaucht, hätte man es durch eine andere Ölvariante ersetzten können. Palmöl ist nicht nötig.

    Und es ist für uns und unsere Gesundheit nicht schädlich, aber für die Umwelt ist der massenhafte Einsatz eine einzige Katastrophe: Wertvoller Regenwald wird durch Brandrodung hektarweise vernichtet –und das ist ein ernstzunehmendes Problem für unser Weltklima.

    Leider ist es beinahe unmöglich, den Überblick über all die verschiedenen Bezeichnungen zu behalten, hinter denen sich Palmöl verbirgt. Zum Beispiel bezeichnen fast alle Inhaltsstoffe, die den Wortbestandteil „palm“ oder „palmitate“ haben Palmöl.

    Viele Inhaltsstoffe können, müssen aber nicht Palmöl als Basis haben; so kann es sich zum Beispiel hinter den Begriffen Cetearyl Alcohol, Glyceryl Stearate oder Stearic Acid verbergen.

    So, es gibt leider noch weitere Inhaltsstoffe, die meiner Meinung nach nicht in gute Kosmetik gehören, aber wenn Ihr mit dieser Liste schon mal Euer Badezimmer ausmisten wollt, bitte gerne! Morgen im live gibt es einen sehr schönen Rabatt Code, denn wahrscheinlich wird jetzt einiges im Müll landen.

    Ach so, berechtigter Weise müsste jetzt die Frage kommen, warum all das denn überhaupt erlaubt und zugelassen ist. Tja, die Gretchenfrage. Politik und Lobbyismus würde ich sagen. Geld. Und meiner Meinung nach ist die Beautybranche die „dreckigste“ (Inhaltstoffe und die Kommunikation hierzu) überhaupt. Leider. Aber ich kläre weiter auf.

    Jetzt entdecken